wahrgenommen - wir fragen nach - Bauamt Buchen

Veröffentlicht am 23.09.2026 in Ortsverein

Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „wahrgenommen - wir fragen nach" besuchte die SPD Buchen das Bauamt der Stadt. Im Mittelpunkt standen die Zukunft der acht Kläranlagen, notwendige Investitionen sowie der Umgang mit Starkregen und steigenden Anforderungen an die Abwasserentsorgung.

Bürgermeister Roland Burger, Marc Müller, Sachbearbeiter für Abwasseranlagen, Paul Keller, Fachdienstleiter Abwasser, und Jens Keppner, Fachbereichsleiter Bauen und Technik, erläuterten den Mitgliedern der SPD Buchen die aktuelle Situation. Markus Dosch als Ortsvereinsvorsitzender war es wichtig über die Neustrukturierung der Kläranlagen und der finanziellen Herausforderung einen Überblick zu bekommen. Die Kläranlage Buchen ist die größte Anlage im Stadtgebiet und hat eine Kapazität von rund 28.000 Einwohnergleichwerten. Sie sei grundsätzlich noch gut aufgestellt, nähere sich aber hydraulisch  der Leistungsgrenze. Das gelte für die Anlagen in Bödigheim, Hettigenbeuern und Stürzenhardt. Die Kläranlage Bofsheim, die über einen Abwasserzweckverband betrieben und von der Stadtverwaltung Buchen technisch betreut wird, sei derzeit noch leistungsfähig. Eine Machbarkeitsstudie die auf Grundlage eines Strukturgutachten vergeben wurde soll klären, ob die Kläranlage Buchen neu gebaut oder erweitert wird und wie Stürzenhardt künftig angeschlossen werden kann. Die Studie soll bis Mitte 2027 abgeschlossen werden. Für Bödigheim ist ein Neubau mit Regenüberlaufbecken vorgesehen. Die Kosten für dieses Becken werden mit rund sechs Millionen Euro angegeben. „Die Frage ist, wie viel stellt das Land an Fördermittel wann bereit“, so Roland Burger. Alte Baugebiete werden im  Mischwassersystem entwässert. Wichtig für die Bemessung der Kläranlagen ist auch, dass die Siedlungswasserwirtschaft für neue Bauflächen die Trennung von Schutz- und Regenwasser vorsieht. Dadurch lassen sich die zu behandelnden Wassermengen und langfristig auch die Betriebskosten der Kläranlagen reduzieren. Nach den Erläuterungen der Stadt wird bei größeren Anlagen zudem mit einer Förderquote von 70 Prozent gerechnet. Weitere Herausforderungen ergeben sich, da die älteren Kläranlagen aus der veraltenden Technik teilweise nicht mehr mit neuen Komponenten kompatibel sind. Zudem seien manche Hersteller früherer Anlagen nicht mehr am Markt, wodurch die Ersatzteilbeschaffung erschwert wird. Mit Ausnahme der Kläranlage Eberstadt sind die Anlagen derzeit nicht zweistraßig aufgebaut. Künftig soll die Betriebssicherheit deshalb durch zwei getrennte Abwasserbehandlungsstraßen verbessert werden. Markus Dosch interessierte das Risiko eines Komplettausfalls einer Kläranlage. Dieser Fall ist laut Marc Müller bisher noch nie eingetreten und er halte ihn auch für sehr unwahrscheinlich, vor allem weil, was Fachdienstleiter Paul Keller auch bestätigte, jede Anlage täglich angefahren und kontrolliert sowie fernüberwacht werde. Auch die Herausforderungen durch Starkregenereignisse und die Funktionsweise von Regenüberlaufbecken wurden ausführlich besprochen. Nach langen Trockenperioden wird der erste Schmutzstoß aus der Kanalisation bei einem Starkregen zunächst in einem Regenüberlaufbecken aufgefangen. So wird verhindert dass diese Schmutzfracht auch vollgelaufenen Kanälen ungereinigt  in die Bäche gelangt. Für das Stadtgebiet, so erfuhr man, sei eine Starkregenanalyse erstellt worden  und aktuell werde eine Bürgerinformation zu dem Thema angeboten. Dabei sollte vor allem vermittelt werden, wie sich jeder Einzelne bei Starkregen selbst schützen kann. Ziel sei es, Wasser künftig möglichst lang in der Fläche zurückzuhalten werden, statt es schnell in Kanalisation und Bäche abzuleiten.

Darüber hinaus soll auch die Energiegewinnung auf den Kläranlagen gesteigert werden und die Klärschlammverwertung weiterentwickelt werden. Über einen neuen Faulturm könnte künftig durch Vergärung Klärgas erzeugt und dadurch Strom gewonnen werden. Langfristig soll zudem geprüft werden, ob Klärschlamm durch einen spezialisierte Anbieter energetisch verwertet und dort befindliches Phosphor als Rohstoff zurückgewonnen werden kann. Nach den Vorgaben der Kommunalabwasserrichtlinie sei es das Ziel, dass Kläranlagen bis 2045 energieautark werden.

Für die Erneuerung der Kläranlage Buchen seien eine zweistraßige Ausführung der Becken und eine vierte Reinigungsstufe vorgesehen. Bürgermeister Burger betonte, dass die Kläranlagen durch ein engagiertes Team sehr gut betreut würden.

Der nächste der Termin der SPD Buchen der Reihe „wahrgenommen - wir fragen nach“ findet am Montag, den 12.10. um 15:00 Uhr bei der Fahrschule Fuhry und der übernächste am Donnerstag, den 12.11. um 16:00 Uhr bei der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte statt.

Homepage SPD Neckar-Odenwald

Kalenderblock-Block-Heute

Alle Termine öffnen.

23.09.2026, 18:00 Uhr Politischer Stammtisch "Roter Rettich"
„Roter Rettich“ Ein Diskussionsforum der Buchener SPD Rentenpläne der Bundesregierung Merz und mehr “ …

23.09.2026, 19:00 Uhr OV Mosbach-Neckarzimmern Stammtisch

24.09.2026, 18:30 Uhr OV Neckargerach-Zwingenberg Jahreshauptversammlung
Einladung zur Jahreshauptversammlung 2026  Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde, …

Alle Termine