SPD diskutiert beim Stammtisch über die Wohnungsfrage – klare Forderungen an Kommunen und Politik

Veröffentlicht am 12.08.2025 in Kommunalpolitik

Wie wollen wir wohnen und was können wir dafür tun? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des SPD-Stammtischs des Ortsvereins Große Kreisstadt Mosbach mit Neckarzimmern. Im Lakis Farm Restaurant begrüßte Ortsvereinsvorsitzende Gabriele Teichmann Jens Neser, Vorstand der Baugenossenschaft Familienheim Mosbach, und Jonas Weber, stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender, als Gäste.

Jonas Weber machte gleich zu Beginn deutlich, wie ernst die Lage ist. Schlagzeilen wie „NOK braucht bis 2028 460 neue Wohnungen pro Jahr“, „Aktuell fehlen 740 Wohnungen im NOK“ oder „Landkreis rast auf graue Wohnungsnot zu – 2045 werden 7900 Seniorenwohnungen gebraucht“ zeigen: Die Wohnungsfrage betrifft längst nicht nur Großstädte. Auch im ländlichen Raum wird bezahlbarer Wohnraum knapp. Zwar sind die Mieten niedriger als in Ballungszentren, aber viele Menschen können sie trotzdem kaum noch zahlen. Hinzu kommt: Der vorhandene Wohnraum passt oft nicht zum Bedarf. Es fehlen kleine Wohnungen für junge Erwachsene und barrierefreie Wohnungen für Seniorinnen und Senioren.

Jens Neser beschrieb die Gründe für die aktuelle Bauflaute. Die Baukosten sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Das liegt an teureren Rohstoffen, höheren Löhnen und fehlendem Fachpersonal. Zusätzlich läuft in vielen Kommunen die Bauleitplanung am Bedarf vorbei. Häufig werden nur Einfamilienhäuser vorgesehen, obwohl dringend mehrgeschossige Gebäude mit Mietwohnungen gebraucht werden.

Neser machte aber auch deutlich, dass gute Lösungen möglich sind, wenn alle an einem Strang ziehen. In Haßmersheim entsteht aktuell ein Wohnprojekt mit 27 Wohnungen und mehreren Gewerbeeinheiten. Dort hat man frühzeitig alle Beteiligten an einen Tisch geholt. So entsteht nicht nur preisgünstiger Wohnraum, sondern auch ein zusätzlicher Nutzen für die Gemeinde. In diesem Fall zieht sogar eine Arztpraxis mit ein.

Hartmut Landhäußer, stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender und Stadtrat, betonte, dass Kommunen mehr Bauland zur Verfügung stellen müssen und dabei die tatsächlichen Bedarfe vor Ort berücksichtigen sollen. Er will die Anregung von Jens Neser mit in die SPD-Gemeinderatsfraktion nehmen: Baugenossenschaften und weitere Akteure, die bezahlbaren Wohnraum schaffen, sollen frühzeitig in Planungen einbezogen werden.

Gabriele Teichmann kritisierte, dass viele Förderprogramme zu bürokratisch sind oder am Bedarf vorbeigehen. Auch Ortsvorsteher und Stadtrat Norbert Schneider brachte ein konkretes Beispiel ein. In Lohrbach wird ein neues Baugebiet erschlossen. Die Nachfrage ist trotz schwieriger Rahmenbedingungen sehr hoch. Durch das Engagement des Ortschaftsrats gibt es dort kaum Leerstände.

Damit Politik noch gezielter handeln kann, will die SPD in den nächsten Wochen eine Umfrage starten. Die Menschen vor Ort sollen sagen, was ihnen fehlt, welche Hürden sie erleben und wie sie sich zeitgemäßes Wohnen vorstellen.

Alle Teilnehmenden waren sich einig: Die Wohnungsfrage ist komplex. Es wird kein einfacher Weg. Aber ohne gemeinsames Handeln von Kommunen, Land, Bund und EU wird sich nichts verbessern. Wohnen ist ein Grundrecht. Und dafür braucht es jetzt klare Entscheidungen.

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