Sehr geehrter Herr Landrat,
sehr geehrter Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Gäste,
es ist wie in jedem Jahr. Einerseits geht es nur um die Feststellung des Jahresabschlusses 2023, die Verwendung des Jahresergebnisses und die Entlastung des Aufsichtsrats der AWN. Andererseits – beschränke ich mich heute darauf, nicht über die Abfallwirtschaft im Allgemeinen und Besonderen zu reden, sondern nur über die Vorbereitung einer Gesellschafterversammlung der AWN.
Da der Aufsichtsrat laufend über die Entwicklung der AWN auch anhand der Quartalszahlen informiert wird und positive ebenso wie negative Abweichungen hinterfragt, wissen wir um die Schwankungen, die das Abfallgeschäft auch mit sich bringt. Gut geplant ist halb gewonnen, könnten wir für 2023 resümieren – aber es wird nicht ausgeruht, sondern auch hier darauf geschaut, wo es zu geringer ausgefallenen Erlösen wie bei der Verwertung vor allem von Altpapier oder stark verbesserten Erlösen aus Abfallanlieferungen gekommen ist. Bei den Ausgaben schlug der höhere Materialaufwand beim angewachsenen Deponiebetrieb zu Buche.
Es ist erfreulich dass die gemischten Siedlungsabfälle insgesamt rückläufig sind, aber der zweite Blick besagt: bei Bauschutt, Abbruchmaterialien und Straßenaufbruch gab es 2023 eine Zunahme um 17% - oder waren wir besonders tüchtig? Wir sind als Landkreis und als AWN eben nicht auf einer einsamen Insel, sondern abhängig von Veränderungen vielfältiger Art, ob Wirtschaft, Energiewirtschaft, Bauwirtschaft oder neuen gesetzlichen Verordnungen.
Jetzt zu dem, „was vor uns liegt“. Ich freue mich sehr, dass bei der AWN neben dem Thema Abfall das Recycling und die Gewinnung von Energie aus neuen und bewährten Roh- und Wertstoffen ebenso auf der Tagesordnung steht.
Bereits im Jahr 2019 habe ich die Insektenbioraffinerie bei einer von mir organisierten Tagung kennengelernt, bei der Dr. Ginter Terra Preta vorgestellt hat, d.h. wie aus Masse Klasse werden kann. Selbst wenn man für manche Entwicklung einen langen Atem braucht, um sich daran zu erinnern, dass auch Rom nicht an einem Tag erbaut wurde.
Da die AWN doch in einigen Dingen mit der KWiN in einem Boot sitzt, gestatten Sie mir auch den einen Satz aus der Abfallbilanz, dass das Ergebnis der drei-wöchentlichen Restmüllabfuhr schon jetzt zeigt: die Abfälle werden viel besser getrennt – und, wenn wir nun den wilden Müll beklagen sollten: wir können überall gute Vorbilder vor Ort sein – für die Kinder, ebenso wie für unsere Mitbürger.
Wir haben im vergangenen Jahr als Kreistag einer Bürgschaftsübernahme für die AWN zugestimmt, was ich hier gerne in Erinnerung bringe, in der Gewissheit, dass die AWN sorgsam wirtschaftet. Denn sie ist nicht vor Risiken im Tagesgeschäft gefeiert.
Vor wenigen Tagen haben wir uns in unserer Fraktion eingehend zu den Aufgaben als Aufsichtsräte ausgetauscht. Ein herzlicher Dank gilt an die zuständigen Institutionen, uns regelmäßig zu schulen, um uns unserer Aufgaben und unserer Verantwortung bewusst zu sein bzw. dies uns in Erinnerung zu rufen.
Stellvertretend für meine Fraktion danke ich der Geschäftsführung Herrn Dr. Ginter und Herrn Damm für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die stetige und zeitnahe Beantwortung vieler Fragen, die auch aus der Bevölkerung an uns herangetragen werden. Und ich danke den Mitarbeitenden der KWiN und der AWN „draußen und drinnen“ für ihren Dienst.
Ich bitte die Kolleg*innen nun auch im Namen unserer Fraktion um Entlastung für unsere Tätigkeit als Aufsichtsräte. Herzlichen Dank.
Kreisrätin Dr. Dorothee Schlegel