Erinnerung an einen aufrechten Demokraten

Vor 75 Jahren starb Fridolin Bischof – Erinnerung an einen aufrechten Demokraten

Am 27. August 1951 starb Fridolin Bischof im Alter von nur 53 Jahren. Von 1925 bis 1933 wirkte der Lehrer, Sozialdemokrat und Kommunalpolitiker in Walldürn. Er setzte sich für die Demokratie und vor allem für sozial schwächere Menschen ein. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er verfolgt und aus Walldürn strafversetzt. Zum 75. Todestag erinnert der SPD-Ortsverein Walldürn-Höpfingen-Hardheim an einen aufrechten Demokraten, der in Walldürn Spuren hinterlassen hat.

Fridolin Bischof wurde am 10. Dezember 1897 in Hundheim geboren. 1913 trat er in das Großherzogliche Lehrerseminar in Ettlingen ein. Seine Ausbildung wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen. Bischof meldete sich zum Kriegsdienst und wurde in Flandern schwer an den Füßen verwundet. Anschließend setzte er seine Ausbildung fort und bestand 1917 die Prüfung zum Lehramtskandidaten.

Die Erfahrungen des Krieges prägten seine weitere Haltung. Der ehemalige Soldat und Kriegsversehrte entwickelte sich zum Pazifisten und überzeugten Demokraten.

Ein Lichtblick am Gleichberechtigungshimmel war der 29. Juli 1959

Trotz des Gleichberechtigungsartikels im Grundgesetz (Art. 3 GG) vom 23. Mai 1949 galten im Familienrecht noch die Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuchs aus dem Jahr 1900:

Der Ehemann gab der Frau und den Kindern seinen Namen, er bestimmte den Wohnsitz, er verfügte allein über das Vermögen seiner Frau und über ihre Berufstätigkeit, er konnte jederzeit ihr Arbeitsverhältnis kündigen; er hatte auch die sogenannte väterliche Gewalt, das heißt, er entschied allein über Umgang, Schule und Ausbildung der Kinder. „Stichentscheid“ nannte man dieses väterliche Letztentscheidungsrecht.

Vor 65 Jahren, am 29. Juli 1959, verkündete das Bundesverfassungsgericht die Verfassungswidrigkeit des Stichentscheids. Ein erster Meilenstein für die Entwicklung des Familienrechts in der Bundesrepublik.

Dieses Urteil des Ersten Senats hat damals Erna Scheffler verkündet; sie war die erste und lange Zeit die einzige Richterin am höchsten deutschen Gericht.

Damit aber nicht genug: Das Bundesverfassungsgericht hat die Politik vierzig Jahre lang in Sachen Gleichberechtigung vor sich hergetrieben, um die Verfassungsmäßigkeit des Artikels 3 verwirklicht zu sehen. Inzwischen hat sich das Familienbild grundlegend und großenteils geändert.

80 Jahre Gedenken an den 20. Juli 1944

Der Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime begann schon sehr früh. Der Chefredakteur der Münchner Neuesten Nachrichten (Vorgänger der heutigen SZ) warnte mit dem Satz: "Nationalsozialismus heißt Lüge, Hass, Brudermord und grenzenlose Not". Er wurde sofort nach der Machtübernahme 1933 inhaftiert, gefoltert und in der Nacht zum 1. Juli 1934 ermordet. Auch er hat versucht, den Widerstand gegen Hitler zu mobilisieren. Leider gelang es ihm nicht. Denn die Tragik des Widerstands war, dass sich die Menschen in zu vielen (gesellschafts-)politischen Gruppierungen befanden, Menschen aus allen Schichten, Arbeiter, Adlige, geistliche Offiziere, Christen und Kommunisten.

Seit 1952 gibt es am 20. Juli deutschlandweit Veranstaltungen, auch im Gedenken an das gescheiterte Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944, also vor genau 80 Jahren! Der Bombenanschlag, ausgeführt von Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf Hitler scheiterte - und damit die gesamte Operation Walküre. Sie war der späte Versuch, die Naziherrschaft zu stürzen. Viele der Widerstandskämpfer vom 20. Juli waren übrigens keine Demokraten, einige von ihnen hatten zuvor im Regime gedient und sind in unterschiedlichem Maß schuldig geworden. Aber sie hatten den Weg und den Mut zum Widerstand gefunden.

Am 20. Juli ist auch an die zahlreichen sozialdemokratischen und kommunistischen Widerständler zu erinnern, von denen viele in den KZs umkamen. An den einsamen Georg Elser, der schon 1939 ein Attentat auf Hitler verübte, an die jungen Menschen der "Weißen Rose", an die christlichen Widerständler, unter ihnen der Theologe Dietrich Bonhoeffer oder Kardinal Graf von Galen. Sie alle standen klar und deutlich gegen Rassismus, Menschenverachtung und jegliche Form von Gewaltherrschaft.

An Sie gedenken wir am 20. Juli.  Denn sie haben einen wichtigen Grundstein für die Menschenwürde, wie sie im Grundgesetz verankert wurde, gelegt.

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Dr. Dorothee Schlegel, Maximilian Sigmund

Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar haben wir am Mahnmal in Billigheim eine Kerze entzündet.

Dr. Dorothee Schlegel und Maximilian Sigmund - zwei, die am Vorabend auf der Demonstration in Mosbach gewesen sind und auch vor Ort ein Zeichen gesetzt haben.

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